Freiwillige Feuerwehr Knittlingen

Ausrüstung - Technik und Schutzkleidung die das Leben des Feuerwehrmannes schützt

Diverse Ausrüstungsgegenstände sowie spezielle Kleidung schützen unsere Einsatzkräfte vor vielfältigen Gefahren und bieten bestmöglichen Schutz vor Verletzungen.

Im Brandeinsatz mit Atemschutzgerät kann die Ausrüstung gut 30 kg oder mehr wiegen. Nachfolgend stellen wir Ihnen gerne die Schutzkleidung und besondere Hilfsmittel für den Feuerwehreinsatz vor:

Multikopter


Multikopter (Drohne)

Seit Sommer 2016 verfügen wir über einen Multikopter (Drohne) zur Luftaufklärung.

Der Multikopter ist mit einer 20 Megapixel Digitalkamera (inkl. Videofunktion) und einer Wärmebildkamera ausgestattet. Sämtliche Video- und Bildfunktionen lassen sich per Fernsteuerung anwählen. Ein Livebild aller Kameraaufnahmen (Video-, Foto- und Wärmekamerabild) wird zur Bodenstation gefunkt. Alle Flugbewegungen sowie alle Video- und Fotoaufzeichnungen werden gespeichert und archiviert.

Es handelt sich um einen stabilen Industriemultikopter mit vielfältigen Sicherheitseinrichtungen gegen Steuerungsausfall, Akkuunterspannung und ähnlichen Ereignissen. Der Einsatz ist (begrenzt) auch bei Regen und stärkerem Wind möglich.

Verwendungszweck ist die Erkundung von unzugänglichen Einsatzstellen bzw. von besonders gefährlichen Bereichen bzw. die Luftaufklärung bei Dachstuhlbränden, großflächigen Einsatzstellen, Personensuchen, Waldbränden,...

Technische Daten:

  • max. Steighöhe: > 500 Meter
  • Sensoren: GPS, Kompass, Gyroskope, Höhensensor, Beschleunigungssensor
  • Flugdauer: 30-60 Minuten pro Akkuladung (je nach Wind, Anwendung,...)
  • Abmessung: ø 80 cm, Höhe 42 cm
  • Leergewicht: 1,3 kg
  • Zuladung: 1,7 kg
  • max. Fluggeschwindigkeit: 45 km/h
  • max. Steigrate: 8 m/s

Wärmebildkamera

Empfänger für Wärmebildkamera

WBK Flir

Wärmebildkameras

Bei der Feuerwehr Knittlingen kommen zwei Wärmebildkameras zum Einsatz: Eine "Bullard TI Commander" und eine "Flir K50". Beide ermöglichen es, sich in einem brennenden Gebäude trotz dichtem Rauch orientieren zu können. Die Kamera erkennt Temperaturunterschiede von 0,05 °C und zeigt diese auf einem Bildschirm an.

Damit hat der Feuerwehrmann die Möglichkeit, trotz Nullsicht vermisste Personen in einem verrauchten Raum rasch aufzufinden was die Überlebenschancen von Verletzten deutlich erhöht. Gleichzeitig erkennt man drohende Gefahren rechtzeitig und kann sich optimal orientieren. Auch das Auffinden von Glutnestern ist damit sehr einfach.

Es gibt nur wenige Geräte die in den letzten Jahrzehnten für den Feuerwehrmann und gleichzeitig für vermisste Personen einen solch großen Zugewinn an Sicherheit gebracht haben. Deshalb sind auch die hohen Anschaffungskosten vertretbar.

Als Besonderheit unserer Kameras zählt ein integrierter Temperaturmesser und die Möglichkeit, Fotos der Wärmebilder in der Kamera per Knopfdruck zur Dokumentation zu speichern.

Bei der Bullard-Kamera besteht auch die Möglichkeit, die Bilder per Funksignal an einen Empfänger zu senden.

AED - Defibrillator

AED - Defibrillator

Jeder Feuerwehrmann hat eine Erste-Hilfe-Ausbildung und kann daher im Notfall Herz-Lungen-Wiederbelebungsmaßnahmen durchführen. In vielen Fällen kommt es bei einem Herzstillstand aber auch zu Kammerflimmern welches nicht durch die herkömmlichen Wiederbelegungsmaßnahmen beseitigt werden kann. Durch Abgabe eines Elektroschock über einen AED (Automatisch Externer Defibrillator) kann dieses Kammerflimmern beendet werden - das Herz wird quasi einem "Reset" unterzogen um das unkontrollierte Kammerflimmern in einen normalen Herzrhythmus zu verwandeln.

Helm

Feuerwehrhelm

Der Feuerwehrhelm ist hitzebeständig und darf elektrischen Strom nicht leiten. Der Helm ist mit einem "Nackenleder" ausgestattet um zu verhindern, dass herabfallende Teile (auch Glut,...) unter die Einsatzkleidung eindringen können. Die helle Farbe des Helmes ist nachleuchtend sodass dieser bei Dunkelheit sehr gut zu erkennen ist.

Das angebrachte Klappvisier dient bei besonderen Arbeiten (beispielsweise mit der Kettensäge oder bei Verkehrsunfällen) dazu, den Träger vor Splitter zu schützen.

Auf dem Helm sind auch Kennzeichnungen angebracht; ein "A" steht beispielsweise für "Atemschutzträger" - ein roter Balken markiert einen Gruppenführer, zwei rote Balken einen Zugführer und ein roter, komplett umlaufender Ring den Kommandanten.

Kleidung

Einsatzkleidung

Die Einsatzkleidung in roter Farbe wird seit Mai 2008 bei uns eingesetzt und bestehend aus Jacke und Hose; der Stoff bietet guten Schutz gegen Flammen, Hitze und Nässe. Selbst direkte Flammenbeaufschlagung kann die Einsatzkleidung kurzzeitig standhalten.

Zusätzlich bietet die Kleidung nach neuer Norm erstmals einen leichten Stichschutz bzw. Schutz gegen mechanische Einwirkungen.

Die Kleidung ist mit reflektierenden Streifen bestückt um eine gute Erkennbarkeit zu gewährleisten. Die Jacke besitzt einen "Notausstieg" mit welchem ein rasches Entkleiden möglich ist.

Stiefel

Stiefel

Die Stiefel bieten in mehrfacher Hinsicht Schutz: sie sind säurebeständig, haben eine Stahlsohle und sind somit "Durchtrittsicher", zusätzlich bieten Sie einen guten Seitenhalt um ein Abknicken des Fußes zu verhindern. Ebenso ist eine Stahlkappe eingebracht um die Fußzehen gegen herabfallende Gegenstände zu schützen.


Ein Einsatz unter Atemschutz bedeutet eine große körperliche und geistige Belastung. Aus diesem Grund finden regelmäßige Atemschutzübungen statt; zusätzlich müssen alle Atemschutzgeräteträger mindestens einmal jährlich auf einer anerkannten Atemschutz-Übungsanlage (bei uns in der Berufsfeuerwehr Pforzheim) einen Leistungsnachweis ablegen. Neben Theorie steht hier vor allem der sichere Umgang mit dem Atemschutzgerät und die körperliche Fitness im Vordergrund.

Atemschutz wird immer dann verwendet, wenn gefährliche Stoffe oder Sauerstoffmangel vorhanden ist - der Atemschutzgeräteträger befindet sich damit in einer lebensfeindlichen Umgebung in welcher er durch Hitze und Rauch zusätzlichen Belastungen ausgesetzt ist. Trotz modernster Beleuchtungsgeräte ist in einem verrauchten Raum die Sicht oft nur wenige cm möglich. Daher muss dem Schutz eines Atemschutztrupps (1 Trupp = 2- 3 Mann) höchste Priorität haben - erreicht wird dies durch folgende zusätzliche Ausrüstung:

Atemschutz

Atemschutz

Das Atemschutzgerät erlaubt dem Feuerwehrmann, völlig unabhängig von Sauerstoff oder Luftzufuhr aus der Umgebung, für einen Zeitraum von etwa 30-40 Minuten zu arbeiten. Im Kombination mit der Atemschutzmaske verhindert dieses Gerät auch, dass giftige Stoffe, die bei allen Verbrennungen auftreten, eingeatmet werden.

Da Atemschutzgeräteträger an "vorderster Front" arbeiten und tätig sind, ist die Schutzkleidung natürlich sehr wichtig; deshalb bietet die Kleidung hohen Schutz gegen Flammen, Hitze und Nässe (siehe auch Beschreibung oben). Ergänzt wird die Ausstattung mit einem zusätzlichen "holländischen Tuch" welches den empfindlichen Hals- und Nackenbereich zusätzlich zur Einsatzkleidung nochmals absichert sowie spezielle Handschuhe, die im Gegensatz zum Standardhandschuh für den Hilfeleistungseinsatz, bei der Brandbekämpfung besser gegen Hitze und Nässe schützen.

Beim Erreichen eines bestimmten Schwellenwertes wird vom Atemschutzgerät ein akustisches Warnsignal abgegeben, welches auf einen geringen Luftvorrat aufmerksam macht. In einer Atemschutzflasche ist ein Luftvorrat von 1.800 Litern enthalten.

Totmannwarner

Totmannwarner

Der Begriff "Totmannwarner" klingt zugegebenermaßen etwas seltsam - beschreibt aber die Funktion ziemlich genau. Dieses Gerät bietet einem Atemschutzgeräteträger eine großes Maß an zusätzlicher Sicherheit da es sich durch optische und akustische Signale meldet, sobald sich der Geräteträger für ca. 30 Sekunden nicht bewegt. Dies ist eine erste Warnung, dass unter Umständen der Feuerwehrmann verletzt oder bewegungsunfähig ist. Der Feuerwehrmann hat nun weitere 30 Sekunden Zeit, sich entsprechend zu bewegen um diese Vorwarnung zu deaktivieren. Bewegt er sich innerhalb dieser 30 Sekunden nicht, erfolgt ein noch lauterer und durchdringender Alarmton der nicht abschaltbar ist! Dieses Alarmzeichen ist unüberhörbar und bedeutet für die anderen Einsatzkräfte, dass ein Feuerwehrmann dringend Hilfe braucht. Des Weiteren ist es Vorschrift, dass für einen Atemschutztrupp (1 Trupp = 2-3 Mann) immer ein weiterer Sicherheitstrupp vorhanden sein muss. Dieser Sicherheitstrupp übernimmt keine größeren Tätigkeiten sondern steht einsatzklar unmittelbar an der Einsatzstelle um im Notfall dem Atemschutztrupp Hilfe zu leisten bzw. diesen zu retten.

Atemschutz-Überwachungstafel

Detaildarstellung Uhr:

Detaildarstellung Uhr

Detaildarstellung Druckskala:

Detaildarstellung Druckskala


Atemschutzüberwachung

Die Atemschutzüberwachung dient dazu, einem Atemschutztrupp im Einsatz zu überwachen. Hier werden Einsatzzeiten und die aktuelle Position der Trupps dokumentiert sowie der Luftvorrat der Atemschutzflaschen ständig kontrolliert. Es wird auch darauf geachtet, dass für den Rückzug des Atemschutztrupps noch genügend Luftreserve vorhanden ist - deshalb wird auch dokumentiert, zu welcher Zeit und mit welchem Luftvorrat das tatsächliche Einsatzziel erreicht wurde. Wichtig ist, dass für den Rückzug der doppelte Luftvorrat einkalkuliert werden muss, wie zum Erreichen des Einsatzzieles benötigt wurde - dies wird mittels einer Drehscheibe angezeigt und festgehalten.

Jede dieser Überwachungstafeln kann bis zu 3 Trupps überwachen; wird eine gewisse Zeitspanne ohne Rückmeldung überschritten, erfolgt so lange ein Alarmton, bis dieser quittiert und die Druckabfrage nachgeholt wurde.

Auf allen 6 Fahrzeugen wo Atemschutzgeräte verladen sind ist eine solche Überwachungstafel vorhanden.

Funkgerät

Funkgerät (2-Meter-Band)

Die gesamte Überwachung des Atemschutztrupps erfolgt durch die so genannte "Atemschutzüberwachung" - diese Atemschutzüberwachung ist per Funkgerät ständig mit dem Atemschutztrupp verbunden; hier werden sowohl Rückmeldungen von der Einsatzstelle als auch die oben erwähnte Luftvorrat- und Zeitüberwachungen gesteuert.